TräumeIdeen fliegen einem aus allen Richtungen zu. So auch im Traum. Doch meist lassen wir diese Quelle der Inspiration an uns vorüberziehen. Dabei liefern Träume exzellente Ideen für Kurzgeschichten oder regen gar zu ganzen Romanen an. Auch mein aktuelles Buchprojekt begann als Traum.

Ich träum(t)e nicht

Nach wie vor sind sich Wissenschaftler noch nicht im Klaren, warum wir träumen. Das ist mir eigentlich aber auch egal, Hauptsache ich kann träumen. Viele Jahre habe ich mich nie an meine Träume erinnert. Ich gehörte zu den Menschen, die von sich behaupteten, dass sie nicht träumen. Daher war ich immer ein wenig neidisch, wenn Schriftsteller erzählen, dass sie die Idee zu einem Bestseller geträumt hatten. Prominentes Beispiel ist George R.R. Martins, der eines Nachts von einem Wurf Wolfswelpen träumte, die von einer adeligen Familie gefunden wurden und jedes der Kinder einen Welpen bekam. Die Buchserie, die daraus entstand: Das Lied von Eis und Feuer. Auch bekannt als A Game of Thrones.

 

Traumjournal gegen das Vergessen

Gelegentlich träumte ich schon, aber habe ich die Träume schnell vergessen. Bereits wenige Minuten nach dem Erwachen, wusste ich nichts mehr von meinem Traum. Das passiert vielen Menschen. Weil ich mich vage erinnerte, dass die meisten meiner Träume recht abenteuerlich waren, beschloss ich alles zu notieren, woran ich mich erinnern konnte. Zuerst waren es nur Gefühle, ohne konkrete Erinnerungen, dann Bruchstücke und schliesslich ganze Szenen.

 

Jeden Morgen alles aufschreiben

Heute schreibe ich jeden Morgen alles auf, woran ich mich erinnere. Das mache ich jetzt seit einem Jahr und habe unterdessen fünf Notizbücher mit meinen Träumen gefüllt. Bei Träumen, an die ich mich vage erinnere, brauche ich nur fünf Minuten, bei ausführlichen Erinnerungen gerne auch mal 20 Minuten oder mehr. Diese morgendliche Schreibroutine hat bei mir die Morgenseiten abgelöst und sorgt dafür, dass ich fast jeden Tag schreibe.

 

Persönliche Ideensammlung

Neben der Schreibroutine habe ich mir so eine ganz einzigartige Kollektion an Ideen erstellt. Deshalb blättere ich diese Notizbücher gerne durch, wenn ich auf der Suche nach Stoff für eine Kurzgeschichte bin oder mir ein weiterer Handlungsstrang in meinem Roman fehlt. So habe ich die Hauptcharakteren meines aktuellen Romanprojekts zuerst im Traum kennengelernt und sie auf den Seiten des Romans weiterentwickelt.

 

Tipps für das eigene Traumtagebuch

  • Nimm dir vor dem Einschlafen vor, dass du dich an alle deine Träume erinnern wirst.
  • Wenn du einen Wecker nutzt, setze auf einen sanften Ton. Aggressive Laute wie Hupen oder Alarm lassen dich deine Träume schnell vergessen.
  • Zögere nach dem Aufwachen nicht mit deinem Eintrag, auch nachts nicht. Oft vergessen wir innerhalb weniger Sekunden, dass respektive wovon wir geträumt haben.
  • Lege das Traumtagebuch inklusive Stift immer in greifbare Nähe. Je länger du mit dem Aufschreiben wartest, desto mehr Details gehen verloren.
  • Stichpunkte reichen aus, wenn du keine Lust auf langes Schreiben hast.
  • Notiere auch total sinnlose oder kurze Träume. Das trainiert deine Traumerinnerung.
  • Spare keine Details aus, selbst wenn sie für dich extrem unangenehm sind oder sie dich triggern.

 

Fazit: Warum wir träumen ist doch egal, solange wir die Träume las Ideengenerator nutzen können. Leute, die sich nicht an ihre Träume erinnern, können sich verbessern, indem sie sich jeden Abend vornehmen. Durch das Führen eines Traumjournal wird diese Traumerinnerung trainiert und es entstehen ganz persönliche Ideensammlungen, die sich wunderbar für kreatives Schreiben nutzen lassen.

 

Bis zum nächsten Mal

Euer Reggy